Toihaus Theater Salzburg

feed and bleed

Dance & Media Performance mit Cornelia Böhnisch und Katharina Schrott.
Anschließend Artist Talk mit den Künstlerinnen.
Eintritt: EUR 10 | Reservierungen: ticket@toihaus.at, Tel. +43(0)662-874439
Ort: Toihaus Theater

Fukushima, eine Naturkatastrophe, von Menschen erzeugt – dies ist der Ausgangspunkt der Produktion.
Die Tänzerinnen schaffen Momente vom Werden und Vergehen voll archaischer Lebenskraft: eine utopische Landschaft – nach einem dramatischen Ereignis, das alles verändert... – noch drastischer als Fukushima. Dabei bedienen sich die beiden Performerinnen eines raffinierten Tricks: Spezialbrillen bewirken, dass jeweils die Hälfte der Zuseher*innen eine unterschiedliche Vorstellung sieht und erlebt. Sie wählen beim Einlass Ihre Brillenfarbe und entscheiden so, ob Sie ein elysisches Idyll oder ein apokalyptisches Inferno vorbeiziehen sehen.

„Feed and bleed“ nennt man das technische Verfahren, mit dem man Atomreaktoren im Notfall kühlt. Die Performance ist jedoch weitaus vielschichtiger in ihrer Bedeutung, hat viele Botschaften und Verbindungen – vor allem zur Natur, zu Katastrophen, von Menschenhand gemacht, und zur Gesellschaft und zu den Filtern sowie Manipulationsmechaniken. Die Produktion ist somit endlos, immer aktuell.

Mit analogen Mitteln erzeugt die Mediaperformance einen digitalen Effekt. Zu sehen ist etwas ganz Natürliches, gleichzeitig erschafft das Stück jedoch eine artifizielle Position und manipuliert so die Wahrnehmung des Publikums auf simple und doch eindrückliche Weise. So wird physikalisch begreifbar, wie auch Medien die Filter in der Gesellschaft anwenden.

2014 wurde die Arbeit für den Elevate Award nominiert sowie in Japan auf dem internationalen Tanzfestival Shinjuku in Tokyo und im Toihaus in Salzburg gezeigt.

Artist Statement von Katharina Schrott und Cornelia Böhnisch
"Die Ereignisse rund um Fukushima haben auf unseren damaligen Probenprozess und die dann entstandene Produktion ‚feed and bleed‘ derartig drastisch eingewirkt, dass wir beschlossen haben ‚feed and bleed‘ solange zu spielen bis es keine Atomkraftwerke mehr gibt und die Bewahrung der Umwelt für die Menschheit an erster Stelle  steht. Wir spielen diese Mediaperformance konsequent jedes Jahr zu gegebenem Anlass und es freut uns nun besonders, im wirklich passenden Rahmen von ‚digital spring‘, gemeinsam mit anderen aktivistischen Gruppen / Künstlern unsere Performance präsentieren zu dürfen!"

Press
::: "...eine außergewöhnliche Tanzperformance ... voll berührender Bilder..." (Salzburger Nachrichten)
::: "... hinreißend kraftvolle Musik von Hüseyin Evirgen..." (Dorfzeitung)
::: "...ein unwiderstehlicher Sog durch die Naturwelten..."  (SVZ)
::: "Die Schönheit der Katastrophe als ruhig bewegtes Ritual ... Berührend schön der Paarungsakt..." (Krone) 

Cast
Cornelia Böhnisch: Tanz, Choreographie, Kostüme
Katharina Schrott: Tanz, Choreographie
Hüseyin Evirgen: Musik, Marc Ischepp: Bühne
Robert Schmidjell: Technik, Alexander Breitner: Technik, Licht
Idee & Konzept: Cornelia Böhnisch, Katharina Schrott.
Texte: Jopa Jotakin, Friedrich Hölderlin.

Eine Produktion des Toihaus Theaters Salzburg, Wiederaufnahme in Kooperation mit dem digital spring festival 2016 »ARTIVISM«

www.toihaus.at/feed